Warum eigentlich nicht?

 

Es ist der 1. Januar 2017, ich sitze auf meinem Sofa und mache mir Gedanken über das vergangene Jahr – so viel hatte ich erlebt, so vieles war passiert, womit ich nicht gerechnet hatte. Dankbar, erfüllt und voller Vorfreude wanderten meine Gedanken von der Vergangenheit in die Zukunft. Was wünsche ich mir für 2017? Welches Projekt möchte ich in Angriff nehmen, welche Idee möchte ich umsetzen, welchen Traum verwirklicht sehen?

 

Da musste ich nicht lange überlegen...

 

Sommer 2016, Leipzig

Ich sitze mit Amy im Vapiano in der Leipziger Innenstadt – wir reden über die Erlebnisse der letzten Tage, die Gespräche, die wir mit Menschen auf der Straße geführt haben, die Begegnungen, in denen wir Menschen ermutigen konnten. Wir waren mit dem Wunsch nach Leipzig gekommen, Menschen zu segnen und uns von Gott leiten zu lassen. Wir wollten für Menschen beten, sie ermutigen und ihnen Hoffnung geben. 

Wir hatten blanko Karteikarten gekauft und sie mit Sprüchen und Worten aus der Bibel beschriftet. Verkünstelt haben wir uns – ein bisschen zumindest. Wir wollten den Menschen etwas in die Hand geben können, etwas, das sie an uns erinnern würde und daran, was wir in ihr Leben gesprochen haben. Und so bemalten wir 100 Karten, eine nach der anderen. Und wir verteilten sie überall in der Stadt. In der H&M Umkleidekabine, bei MC Donalds an der Kasse, auf Parkbänken und in S-Bahnen. Wir versteckten sie in Büchern in einem Buchladen, legten sie in Zigarettenautomaten, hinterließen sie in Restaurants. Wer weiß, ob die Karten von jemandem gefunden würden, der genau diese Ermutigung in diesem Moment brauchte? 

An diesem Abend im Vapiano hatten wir eine Idee: Wie wäre es, wenn wir diese Karten irgendwie professionell vervielfältigen könnten, um sie für wenig Geld zu verkaufen, damit ganz viele Menschen solche Segensspuren in ihren Städten hinterlassen würden? SpreadLove - So wollten wir es nennen! 

 

Am 1. Januar 2017 kehrte diese Idee in meinen Kopf zurück, sank in mein Herz und hat mich seither nicht mehr losgelassen. SpreadLove konnte ich es nicht nennen, da das Internet andere Assoziationen mit diesem Namen aufwies. 

Ein Freund hatte letztendlich die zündende Idee: Hints&Kunst – je länger ich darüber nachdachte, umso perfekter schien mir der Name zu sein. Hints steht dabei für die Hinweise, die ich auf Jesus geben will – und Kunst steht für die Art und Weise, wie ich diese Hints verteilen will. Die Ähnlichkeit zur deutschen Redewendung Hinz und Kunz als Synonym für „jedermann“ beschreibt, an wen ich mich wende: an alle! Denn die gute Nachricht von Jesus sollte meiner Meinung nach wirklich Jeder hören und die Chance haben, damit in Berührung zu kommen. 

 

Am 02. Januar tätigte ich meine erste große Geschäftsinvestition und kaufte mir das iPad Pro mit dem Apple Pencil. Wenige Tage später meldete ich mein Gewerbe an. 

Keine zwei Wochen des neuen Jahres waren vergangen und ich konnte mich stolze Kleinunternehmerin nennen. Mein Plan war sehr übersichtlich, denn ich hatte keinen wirklich großen Plan. Ich wollte einfach nur meine Kreativität nutzen, um Menschen von Jesus zu erzählen. Wollte ein paar Postkarten gestalten und verkaufen. 

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Kalkulationen „Wenn ich 1000 Postkarten verkaufe habe ich die Kosten für das iPad wieder drin, vielleicht klappt das ja bis Ende des Jahres“ – ich rechnete alles aus und kam auf einen voraussichtlichen Gewinn von 126 € im ersten Geschäftsjahr. 

 

Und so legte ich los. Auf dem iPad musste ich das Schreiben erstmal ganz neu lernen, war oft frustriert, aber das konnte mich nicht stoppen. 

Das Eröffnen meines Online-Shops hat mich weitere Nerven gekostet und ich war oft verzweifelt, wenn ich mit all den Pflichten und Gesetzen für Online-Händler konfrontiert wurde. AGBs, Widerrufsrecht, Datenschutz, Zahlungsverkehr, Buchhaltung, Rechnungen... Und ich dachte ich mach was kreatives ;-) 

 

Heute, gut eineinhalb Jahre später bin ich kurz davor die Kleinunternehmer-Grenze zu knacken. Wie so oft im Leben ist eins zum anderen gekommen und ich durfte durch Türen gehen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren.

 

Voller Dankbarkeit und Vorfreude schaue ich sowohl zurück als auch nach vorn – das Businessleben ist ein Abenteuer für mich und ich bin gespannt, was dieses Jahr noch so bereithält. 

 

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